Angedacht

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in der Menschen Herz gelegt, nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Prediger 3,11 (Monatsspruch für September 2018).

Liebe Leserinnen und Leser,

das schönste Souvenir aus dem Sommerurlaub trage ich in mir. Wenn meine Gedanken aus dem Alltag abschweifen, entsteht vor meinem inneren  Auge eine Landschaft: knallblauer Himmel, riesige Berge, grüne Wiesen, tiefe Schluchten, kristallklares Wasser im Sonnenlicht. Und nachts ein so klares, tiefes und weites Firmament mit dem Licht des Mondes, dem roten Leuchten des Mars und unzähligen Sternen… . Ich staune, auch noch in der Erinnerung.

“Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet und die Erde ist voll deiner Güter” (Psalm 104,24)

Wie herrlich, wie unglaublich schön kann die Welt sein! Wie gern würde ich das wirklich fassen können – die Schönheit und das Leben und Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erden… . In solchen Momenten wird in mir eine Sehnsucht wach und auch ein Schmerz: ein Suchen über die Vergänglichkeit und die Zerbrechlichkeit unseres Lebens hinaus – nach Heilsein, nach Lebendigkeit, nach Liebe und Fülle. Nach Einssein, jenseits aller Gebrochenheit in der Welt und in mir selbst.

Gott hat uns die Ewigkeit ins Herz gelegt, sagt der Prediger. Dieses Sehnen über alles Zeitliche, über alles Sichtbare und Vergängliche hinaus, das macht uns als Menschen aus. Die Schönheit erinnert uns auch an unsere Begrenztheit. Wir möchten so gern darüber hinaus: verstehen und erforschen, was das Ganze ist. Wir wollen wissen, woher alles kommt und wohin alles geht.  So sind wir Menschen: immer suchend, immer unterwegs.

Gott aber bleibt für uns unergründlich. “Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so gross!“ (Psalm 139,17). Unergründlich sind auch wir selbst. Wir leben in der unruhigen Spannung zwischen Sehen und doch nicht Fassen können, zwischen Jetzt und Noch Nicht, zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit. Den Prediger bringt das zu dieser Weisheit: Der Mensch kommt erst dann in seinem Leben wirklich an, wenn er seine Grenzen anerkennt, wenn er seinen Platz akzeptiert – dass er Mensch ist und eben nicht Gott. Wenn er begreift, dass ihm seine Zeit geschenkt ist und er sie selber nicht in seiner Hand hält. Wenn er Anfang und Ende los lässt und sich mit der Mitte begnügt. Dann kann Vertrauen wachsen zu dem, der beides in seiner Hand hält: Zeit und Ewigkeit. Dann kann der Mensch ganz da sein und seine Zeit als Geschenk empfangen.

Jetzt und hier ist unsere Zeit zu leben. Wir dürfen unser Leben gestalten und alles Schöne geniessen. Und in Beidem, im Gestalten und im Genießen, kann auch ein bisschen “Ewigkeit” geschehen. In Beidem können wir Menschen uns mit dem ewigen Gott verbinden: Wenn wir diese Welt mit gestalten, wenn wir verantwortungsvoll mit der Schöpfung umgehen und uns allen Geschöpfen liebevoll zuwenden, haben wir Teil an Gottes Werk und Gottes Liebe. Wir lieben mit Gott mit und Gott liebt durch uns. Und auch wenn wir genießen, verbinden wir uns mit Gott. Indem wir unser Leben mit allen geschenkten Möglichkeiten aus Gottes Hand annehmen – dankbar für die Menschen, die uns durchs Leben begleiten, uns unterstützen, uns lieben, dankbar für die guten Dinge im Leben.

Sogar die Erschütterungen und Krisen können Zeiten sein, in denen etwas von Gottes Ewigkeit bei uns einbricht, auch wenn es sich erst einmal gar nicht so anfühlt. Seit Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, wissen wir: Gerade hier ist Gott mit uns. Er leidet mit uns und auch wir leiden mit Gott mit. Da ist eine Hoffnung für jede aussichtslose Situation. Auch diese Hoffnung bedeutet Ewigkeit in unserer Zeit. Nicht als ein billiger Trost, sondern als Kraft für Veränderung.

Die Ewigkeit, die wir suchen – wir finden sie nicht am Anfang oder am Ende aller Dinge. Wir können sie nur mitten im Leben finden, weil der, der Zeit und Ewigkeit in seiner Hand hält, alles in seiner Hand hält, auch uns.

Für die kommenden Wochen auf dem Weg bis hin zum Ewigkeitssonntag wünsche ich Ihnen und Euch Momente voller Schönheit und Gottes reichen Segen,

Ihre und Eure

Susanne Fischer-Kremer

 

Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich freut.

(Augustinus)

 

Monatssprüche

Oktober

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir,

mein Seufzen war dir nicht verborgen.

Psalm 38,10

 

November

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,

von Gott aus dem Himmel herabkommen,

bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Offenbarung 21,2

 

Willkommen

Sie sind jederzeit herzlich in unserer Kirchengemeinde willkommen. Schön, wenn Sie bei uns etwas Heimat in der Fremde finden!

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immer aktuell

Wenn Sie etwas auf dem Herzen haben und das einmal jemandem erzählen möchten, hören wir Ihnen gerne zu. Dazu kommen wir Sie auch besuchen, wenn Sie das wünschen. Bitte melden Sie sich bei uns.

Für Amtshandlungen (Taufe, Konfirmation, Hochzeit) bitte im Pfarramt melden und einen Termin vereinbaren. Selbstverständlich sind wir auch in Trauerfällen für Sie da.

Sie sind herzlich willkommen, auch selber mitzuarbeiten in der Gemeinde – zum Beispiel beim Kindergottesdienst, beim Küsterdienst, bei der Vorbereitung und Durchführung von Festen. Einfach im Pfarramt anrufen oder mailen.

Vielen Dank!

Ihre

Pfarrerin Susanne Fischer-Kremer und Pfarrer Oliver Fischer        

 

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