Gemeindewochenende in Hothorpe Hall

Dieses Jahr war das Thema der Gemeindefreizeit zu Hothorpe Hall das lebendige Wasser. Im Laufe des Wochenendes entfaltete sich eine Wüstenblume, die am Freitag Abend mit Wasser begossen wurde, aus einer trockenen hellbraunen Kugel zu einer grünen Pflanze mit mehreren entfalteten Wedeln. Während aller gemeinsamen Tätigkeiten, ob im Gemeinderaum oder in der Kapelle, war diese Pflanze mitten im Saal als ein sichtbares Sinnbild für die Macht des lebendigen Wassers. Wasser, das Durst befriedigt, Wasser, das zum Wachstum führt, und Wasser, das als stürmische See gefährlich ist oder sogar zerstören kann, wie bei der Sintflut: durch Bibliolog, Andachten und Meinungsaustausch vertieften wir uns in verschiedene Aspekte des Wassers in der Bibel. Mir blieben zwei Gedankenanstöße wichtig. Der erste war die Frage: „Wonach dürstest Du?“ Der zweite war das Wasser als Metapher für Gott – als wir Adjektive sammelten, die Wasser beschreiben, und dabei merkten, daß die Adjektive alle auch auf Gott zutreffen.

Die Naturwissenschaft kam auch zur Geltung. Ein See friert nie ganz zu, denn Wasser ist am schwersten bei einer Temperatur von 4 Grad. Dadurch wird auch im kältesten Winter das Pflanzen- und Tierleben am Grund eines Sees bewahrt. Toll, oder?

Ich persönlich finde es nicht leicht, ein ganzes Wochenende zu opfern, zumal ich beruflich täglich zwischen Cambridge und London pendele und deshalb relativ selten zu Hause bin. Aber für die Gemeindefreizeit ist die Zeit kein Opfer, denn die Freizeit lohnt sich echt.

Karen Attar, Cambridge

Schön war es wieder ein Wochenende in Holthorpe Hall zu verbringen, mit alten und neuen Freunden, älteren und ganz jungen Mitgliedern der Gemeinde. Wasser war dieses Jahr unser Thema bzw. die Jahreslosung („Ich will dem Durstigen geben von der Quelle lebendigen Wassers umsonst“). So war auch einer der Höhepunkte das „Wasser Tasting“ zur Einstimmung. Sechs verschiedene Wasser-Sorten standen zur Auswahl und jeder sollte dann sagen, welches ihm/ihr am besten schmeckte. Dann erfuhren wir, aus welchen Gemeindeorten die Wasser stammten. Der Mehrheit schmeckte das Wasser aus Cambridge am besten! Geschmeckt hat natürlich auch wieder das leckere Essen und trotz kühlerem Wetter fanden viele Gespräche und Aktivitäten auch wieder draußen statt. Die Kinder hatten ein tolles Programm und die Erwachsenen kamen zu Emmaus-Weg, Bibliolog, Gottesdienstvorbereitung und Andachten zusammen. Den Abschluss bildete wieder ein bunter Gottesdienst, mit vielen Beiträgen und schöner Musik. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Anne Schütz, Bedford

Diesmal wurde es uns (Gerda Mamott, Karen Attar und mir) wirklich schwer gemacht, nach Hothorpe Hall zu kommen. Die „Geister der A14“ waren irgendwie gegen uns (und einige andere hatten auch Probleme), produzierten einen ellenlangen Stau, und wir benötigten mehr als 3.5 Stunden, um endlich ans Ziel zu kommen. Da kamen wir gerade noch recht zum Abendessen, was von gewohnt guter Qualität war. Aber dann konnte es losgehen.

Der “Emmaus Weg“ am Samstagvormittag, auf den ich mich jedes Jahr freue, gehört genauso zu unserem Wochenende wie die Vorbereitung des Abschlussgottesdienstes. Das Wetter spielte an diesem Wochenende hervorragend mit – also keine Regenschirme oder nassen Füße beim Emmaus Weg.

Der Bibliolog fuehrte zu einer angeregt und bisweilen intensiven Diskussion über Johannes 4 (Jesus trifft eine Samariterin an einem Brunnen), was ich persönlich sehr genossen habe.

Beim “bunten Abend” am Samstag waren wir eine kleine aber feine Gruppe von Teilnehmern (ist ja alles freiwillig). Die da waren, waren allerdings hervorragend gelaunt und hoch motiviert. Unter anderem präsentierten Gerda und Karen eine unterhaltsame Zwiesprache zwischen einem „Sünder“ und Gott, und Oliver erzählte eine Geschichte der etwas anderen Art von Jona, der in Ninive Barmherzigkeit lernte. Der „Hit“ des Abends war aber ein von den Anwesenden aufgeführtes Dramolett: Prinzessin soll verheiratet werden, liebt aber einen anderen, wird vom Fiesling entführt und vom Helden gerettet. Unvergessen wird dabei nicht nur Oliver als Wildschwein bleiben, der sich an Daphne Rose – pardon, einem Baum -schubberte. Ich war der Gong und der Vorhang, und ich glaube, ich habe meine Rollen glaubhaft darstellen können. Der „Vorhang“ war besonders anspruchsvoll.

Der Gottesdienst am Sonntag, an dessen Gestaltung wir am Samstagnachmittag in Kleingruppen gearbeitet hatten, war besonders bewegend. Mit einer Symbolhandlung mit Wasser wurden wir an unsere Taufe erinnert, durch die wir alle zur christlichen Gemeinschaft gehören. Ich empfand die Handlung und den gegebenen Segen sehr intensiv und werde noch lange daran denken.

Es waren erfreulich viele Kinder mit dabei, die viel Spass bei ihren prima organisierten Freizeitaktivitäten zu haben schienen. Da das Wetter so mitspielte war draußen im Garten ständig was los, und für ein Paar von den Großen war sogar Zeit für ein Tennismatch.

Voll mit neuen Erkenntnissen und Erlebnissen schafften wir es in Rekordzeit zurück nach Cambridge, und die Fußballfans kamen rechtzeitig, um Deutschland bei der Weltmeisterschaft verlieren zu sehen (ja, ich bin kein Fußballfan).

Kerstin Wolf, Cambridge