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Kirchentag in Dortmund

„Was für ein Vertrauen“ – das ist die Losung für den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Er ist vom 19.-23. Juni 2019 zu Gast in Dortmund. Ein Großereignis, das bestens geeignet ist, um für den eigenen Glauben aufzutanken und mit neuem Schwung ins Gemeindeleben zurückzukommen.

Fünf Tage lang kommen 100.000 Menschen nach Dortmund, um sich in Vorträgen, Konzerten, Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen dem Thema „Vertrauen“ zu nähern. „‘Was für ein Vertrauen‘“ ist eine Losung, die Zuversicht und Ermutigung gibt ohne Fragen und Zweifel auszusparen. Staunend. Fröhlich. Widerständig.“ Davon ist die Generalsekretärin des Kirchentages Julia Helmke überzeugt.

„Diese Losung hat ein hohes aktuelles Potenzial“, meint Annette Kurschus, die leitende Geistliche der gastgebenden westfälischen Kirche.

„Die Losung (2. Könige 18,19, Anm. d. Red.) stammt aus einer eher unbekannten Geschichte im Alten Testament der Bibel. Es geht um Gottvertrauen. Darum, wie es zum Leben hilft. Wie es darüber hinaus Politik beeinflusst und gesellschaftliches Handeln.“

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker sieht deshalb in der Losung eine Chance, der Vertrauenskrise in Politik, Kirche und Gesellschaft zu begegnen.

„Nur wer bereit ist, anderen zu vertrauen, kann auch Vertrauen bekommen. Die Losung ist also bestens geeignet, um darüber zu reden, in welcher Welt wir leben wollen und in welcher Welt nicht.“

Olaf Burghardt, Pfarrer für die Gemeinden in North und den East Midlands, kümmert sich darum, dass auch unsere Synode auf dem Kirchentag beteiligt ist. Er ermuntert herzlich, nach Dortmund zu reisen: „Auch die Synode der Deutschsprachigen Gemeinden in Großbritannien wird auf dem Markt der Möglichkeiten wieder mit einem Stand dabei sein. Wie jedes Mal werden auch in Dortmund wieder Privatquartiere zur Verfügung stehen (Schlafgelegenheiten bei privaten Gastgebenden, die keine kommerziellen Zimmeranbieter sind und Gäste aus Gastfreundschaft aufnehmen. In der Regel wird ein kleines Frühstück angeboten.)

Den Frühbucherrabatt für eine Dauerkarte (98 €) gibt es für alle, die sich bis zum 8. April 2019 angemeldet haben. Apropos Anmeldung: Diese ist möglich online unter

www.kirchentag.de/teilnehmen

Hier gibt es auch alle anderen Informationen rund um den Kirchentag. Wer Fragen hat zum Kirchentag kann sich aber auch gerne bei mir melden: OlafBurghardt@deutschekirche.org.uk, Telefon: 0161 8651335

Dann also: Auf bald in Dortmund! ‚Ker, watt freu ich mich!‘“

Bericht aus dem Kirchenvorstand und der Synode

Bei der jährlichen Klausurtagung des Kirchenvorstandes im Bishop Woodford Haus in Ely standen neben dem Haushaltsabschluss 2018 und dem Budget für 2019 natürlich auch die Jahresplanung für das bereits begonnene Jahr 2019 auf der Tagesordnung. Nach der Mitteilung, dass Familie Fischer voraussichtlich zum Juli 2019 wieder zurück nach Deutschland gehen werde, stand natürlich die Frage von ihrer Nachfolge im Mittelpunkt. Der Kirchenvorstand hat bereits mit dem Außenamt der EKD Verbindung aufgenommen, um die notwendigen Schritte einzuleiten. Wir sind zuversichtlich, dass die Gemeinde diese Situation gut meistern wird, allerdings ist es jetzt noch wichtiger, dass sich Gemeindemitglieder aktiv in das Gemeindeleben einbringen.

Ende März findet die diesjährige Synodalversammlung in London statt. Der thematische Teil steht unter dem Motto „Anteil an geistlichen Gütern” – “Dienst mit irdischen Gütern“ (Römer 15,27). Wie gelingt uns Solidarität in Gemeinde und Kirche? Neben einem Vortrag zum Thema werden die Synodalen in Gruppen an diesem wichtigen Thema arbeiten. Bei der Geschäftssitzung gibt es 2 Schwerpunkte. Zum einen geht es um die Finanzen. Zwar ist der Schatzmeisters der Synode aus persönlichen Gründen zurückgetreten, aber der Jahresabschluss 2018 und der Haushalt 2019 liegen zur Abstimmung vor. Nach der Versammlung wird es darum gehen, einen neuen Schatzmeister zu finden. Zum anderen muss die weitere Planung der Versorgung der Pfarramtsbereiche, besonders im PAB Süd- und Westengland und Wales besprochen werden, nachdem die EKD letztes Jahr die Neubesetzung ablehnte. Nach langen Verhandlungen wird dort als Übergang ein sogenannter Ruhestandspfarrer für 10 Monate die seelsorgliche Betreuung übernehmen. Parallel dazu wird die Synode die Stelle selbst ausschreiben, allerdings ohne die Gemeinde Bristol/Bath, die zum 31. August 2019 ihren Rückzug aus der synodalen Gemeinschaft erklärt hat. Im Moment ist schwer abzusehen, welche Konsequenzen dies auf den PAB hat.

ANgedacht

„You are in our prayers.”  So klingt für mich der cantus firmus, mit dem mich meine Grosseltern durch die Kindheit begleiteten. Das taten sie – obwohl sie tausende Kilometer weit weg wohnten. Obwohl die Besuche zwischen Deutschland und den USA gezählt waren. Ich erinnere mich an ihre liebevolle Präsenz und ihr Interesse an uns, wenn sie da waren. Sie schafften es auch, Nähe zu vermitteln, wenn sie nicht da waren. Und sie wussten unsere Abschiede so zu gestalten, dass man getrost weitergehen konnte. Obwohl sie ihren Schmerz über eine weitere Trennung nie versteckt haben, uns ihre Tränen haben sehen lassen. Leicht war das nicht. 

Aber es gab etwas Entscheidendes. Jedes Mal haben sie uns dieses Wort mit gegeben. Wieder und wieder durfte ich hören oder in einem Brief lesen:  “You are in our prayers.”  Darauf konnte man sich verlassen. Ich wusste: egal, wo ich gerade bin, sie denken an mich. Jemand betet für mich. Die Entfernung kann dem nichts anhaben. Wir sind verbunden.

Bis heute ist diese Verbundenheit in mir lebendig, obwohl meine Grosseltern schon vor vielen Jahren gestorben sind.  Wir sind verbunden mit Gott und miteinander – in unserem Miteinander ist Gott und wir in ihm. Darauf vertraue ich bis heute. Das hilft mir. Besonders wenn es um Abschiedserfahrungen geht, die schwieriger sind, als die in Monaten oder Entfernungen zu messenden. Wenn ich liebgewonnene Vorstellungen oder Wünsche fahren lassen muss. Wenn ich kein Land mehr sehe, weil in mir eine Welt erschüttert ist. Wenn ich nicht weiss, wie ich den Weg finde heraus aus meiner Enttäuschung oder Zerrissenheit. 

Es macht einen Unterschied, wenn ich dann weiss: da denkt jemand an mich. Es verändert etwas, wenn ich höre: Jemand betet für mich. Ich bin nicht allein. Mit dem Gefühl von Verbundensein kann ich anders leben. Kann ich mich tiefer freuen, kann ich Zumutungen besser verkraften. Miteinander Verbundensein ist wie ein Stück Heimat – auch im Gebet.

Wir gehen auf Ostern zu. Von neuem schauen wir uns den Weg Jesu an: seine Erfahrungen von Fülle und seine Erfahrungen von Trennung und Schmerz. Seine tiefe Verbundenheit mit Gott, in seinem Leben und Sterben. Wir können erkennen, was für ein Geschenk und was für eine grosse Aufgabe darin liegt für unser Leben und unser Miteinander.

“Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”

Es sind die allerletzten Worte, die der auferstandene Jesus im Matthäusevangelium seinen Jüngern mitgibt. Von nun an müssen sie ohne Jesus weitergehen.  Und sie sollen weitergehen, mit ihrem Glauben und mit allem Zweifel, der dazugehört: In aller Welt sollen sie Menschen gewinnen für die Botschaft Jesu Christi und sie taufen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Jesus nachzufolgen, das ist eine Aufgabe mit einem grossen Anspruch. Aber nicht ohne das letzte Wort, nicht ohne den entscheidenden Zuspruch Jesu: Ich bin bei euch allezeit.

Von dieser Verbundenheit können auch wir leben. Und anderen weitergeben. Er ist uns verbunden, auch im Getrenntsein. Sogar im grössten Abschied sind wir gehalten und bleiben verbunden. Sagen wir das weiter. Es macht einen Unterschied.    

Für die Wochen der Passions- und Osterzeit wünsche ich Gottes Kraft und Segen und verbleibe mit herzlichen Grüssen,

Ihre und Eure Pfarrerin Susanne Fischer-Kremer.